Lanzarote Wasser & Bewässerung

Wasserkultur auf Lanzarote: Alles rund um das Sammeln und Speichern von Wasser bei Wüstenklima. Traditionelle Bewässerungssysteme und Wassergewinnung sowie moderne Meerwasserentsalzungsanlagen.

Hinweis: Heutzutage kommt das Wasser überwiegend aus Meerwasserentsalzungsanlagen, und nur noch im ländlichen Raum wird in vergleichsweise geringen Mengen gesammeltes Regenwasser genutzt. Als Trinkwasser ist das Wasser aus dem Hahn aufgrund des leicht erhöhten Salzgehalts und wegen des recht maroden Rohrsystems der Insel eher nicht geeignet, zum Kochen schon.

  • Barrancos

    Barrancos sind Vulkanschluchten, die direkt ins Meer münden oder in flacheren Küstenbereichen zunächst in Fluss- oder Bachbetten übergehen. Auf Lanzarote führen Barrancos nur zu regnerischen Zeiten Wasser. Bei starken Regenfällen entwickeln sie sich zu reißenden Flüssen mit erheblicher Erosionswirkung. In den letzten Jahrzehnten wurden in einigen urbanen Gebieten Barranco-Abschnitte kanalisiert. Das Wasser hält sich allerdings…

  • Maretas

    Maretas sind unterhalb von Vulkanen horizontal angelegte, große und ummauerte Flächen, auf die von Vulkanen ablaufendes Regenwasser über Kanäle geleitet wurde. Durch eine Schicht aus Lehm wurden die Maretas abgedichtet. Mit der Ausdehnung der Kalkproduktion auf Lanzarote – die ersten Kalköfen wurden im 16. Jahrhundert im Süden der Insel gebaut – wurde zusätzlich eine Kalkschicht…

  • Aljibes

    So werden Zisternen / Wasserreservoirs genannt. Zum Bau einer Aljibe wurde früher zunächst eine meist rechteckige, manchmal auch runde Grube ausgehoben und darin mit Natursteinen bis zu 80 cm dicke Beckenmauern und der Beckenboden gebaut. Die Mauern und der Boden wurden mit einer Lehmschicht verputzt. Ecken und der Boden wurden dabei häufig abgerundet. Diese bis…

  • Alcogías (Synonym: Alcogidas)

    Alcogías bzw. Alcogidas sind meist rechteckig angelegte Auffangflächen, um das Regenwasser zu sammeln und sodann in Zisternen einzuleiten. Einige besonders große Alcogidas wurden in Hanglage von Vulkanen angelegt und mit einer Kalkschicht abgedichtet. Sie sind an ihrer hellen Farbe selbst aus der Ferne gut zu erkennen. Auf dem folgenden Bild ist die Auffangfläche der großen…

  • Traveseros (Synonym: Nateros)

    Traveseros bzw. Nateros sind angelegte Flächen in Barrancos, die talseitig durch Staumäuerchen und -mauern aus Natursteinen begrenzt sind. Die Natursteinmauern hatten und haben zwei Funktionen: Zum einen lässt das Mauerwerk herab fließendes bzw. stürzendes Wasser etwas gebändigt ablaufen, und zum anderen wird die fruchtbare Erde hinter den Mauern zurück gehalten. Früher wurden in gut zugänglichen…

  • Gavias (Synonyme: Bebederos sowie Beberos)

    So wurden früher mit Natursteinmauern umfasste, stufenförmig angelegte Ackerflächen genannt, auf die u.a. von Vulkanen, durch Barrancos oder über Alcogías ablaufendes Regenwasser über Gräben oder Kanäle (hier caños genannt) zu Bewässerungszwecken eingeleitet und zeitweise rückgestaut wurde. Ab einem gewissen Wasserpegel, wenn der Boden feucht genug war, um die auszubringende Saat zum Keimen zu bringen, wurde…

  • Arenado (Synonym: Enarenado)

    Arenado bzw. enarenado, ein kanarischer Begriff, der vom spanischen Verb enarenar (mit Sand bestreuen) abgeleitet wurde, bezeichnet eine Methode des Trockenfeldbaus, bei der eine Sand- oder Lapillischicht als Bodenbelag genutzt wird, um die Erdfeuchte auf natürliche Weise und auch ganz ohne Regenwasser oder künstliche Bewässerung zu regulieren: Die Sand- oder besonders saugfähigen Vulkanpartikel speichern nachts…

  • Galerías

    Galerías sind in den Berg/Vulkan getriebene Tunnelsysteme, in die das Oberflächenwasser durch die porösen Gesteinsschichten sickert und darin weiter geleitet wird. Im Risco de Famara gibt es mehrere Galerías, die heute nicht mehr in Betrieb sind. Die erste der Insel – „Barranco del Rincón de la Paja“ genannt – wurde dort 1926 gebaut. Sie ist…

  • Fuentes, Manantiales

    So werden Quellen genannt. Es gibt Hinweise darauf, dass es früher, noch bevor die Galerías gebaut wurden, im Risco de Famara mehrere und im Temisa-Tal und bei Feméz eine oder zwei Quellen gab, aus denen permanent Wasser ausgetreten ist. Insgesamt gibt es 15 Toponyme, die den Begriff „Fuente“ beinhalten. Heutzutage soll es nur noch drei…

  • Pozos

    Pozos sind Gruben/Brunnen mit einem Durchmesser von 1 bis 2,5 m und in der Regel einer Tiefe von wenigen bis 20 m. In höheren Insellagen wurde über die Pozos das Wasser von Sickerwasser führenden Gesteinsschichten entnommen, in Küstennähe wurde dort Regenwasser gesammelt. Die Pozos sind nicht mehr in Betrieb. Entweder sind sie aufgrund langjähriger Wasserentnahmen…

  • Staubecken von Mala

    Ende der 1970er wurde es gebaut und sollte laut Plänen 135.000 Kubikmeter Wasser bereit halten. Aufgrund von Baumängeln war das Staubecken von Anfang an undicht. Nur nach ergiebigen Regenfällen füllt sich das Becken ganz langsam und nur für kurze Zeit. Unterhalb des Staubeckens gibt es ein kleines Bassin, das als Zapfstelle für Wasserwagen dient. Manchmal…